Kies- und Sandgrube Rauscheröd bei Passau. — Foto: F. Pfeil

Herkunft und Bestimmung

Nordalpines Molassebecken vom Genfer See bis Wien

Während der Aufwölbung der Alpen zu einem Hochgebirge wurden ca. 10 Millionen Jahre lang Schutt, Sand und Feinsedimente in riesigen Schwemmfächern abtransportiert. Diese Ablagerungen, teils mehrere Tausend Meter mächtig, sind heute eine unerschöpfliche Quelle fossiler Tier- und Pflanzenreste. Mehr als 10000 versteinerte Holzreste aus dem nordalpinen Molassebecken sind derzeit bekannt, aufbewahrt und teils inventarisiert.


Steinhölzer aus Bayern

Die Kieselhölzer aus Franken stammen aus Schichten des Erdmittelalters. Die Hölzer liegen vorwiegend in den Sedimenten des Keupers, im Schilf- und Burgsandstein. Fossilreste aus dem Gebiet etwa südlich der Donau wurden in tertiären Sedimenten der Erdneuzeit abgelagert.


Mikroskopische Bestimmung

Die botanisch taxonomische Identifizierung erfolgt durch einen mikroskopischen Vergleich der fossilen Holzstruktur mit jener der heute lebenden Gymnospermen (660 Arten), Laubgehölze (25000 Arten) und Palmengewächse.


Wissenschaftliche Auswertung geeigneter Dünnschliffe

  • Nachweis einer anatomisch bestimmten Holzart (Familie, Gattung, Art)
  • Herkunftsnachweis ob Stammholz-, Zweig- oder Wurzelrest
  • Befall durch Insekten und deren Larvenstadien ?
  • Befall durch marine Bohrmuscheln, Teredo sp. ?
  • Zusammensetzung der Gehölzvegetation im Verlauf der Erdgeschichte
  • Rückschlüsse auf Klimaschwankungen, Niederschlagsmengen, Trockenperioden, Standort und Biotop
  • Holzanatomische Veränderungen während der Evolution auf der nördlichen und südlichen Hemisphäre

Jungtertiäres Laubholz aus Rauscheröd. Querschnitt mit heller Verwitterungszone, Umfang 37 cm, Auflage 15 cm; Alter Unteres Miozän, < 17 Millionen Jahre.

© 2009 Prof. Dr. Alfred Selmeier